Muskelkater

Muskelkater – verzögerter Muskelschmerz von etwa einwöchiger Dauer – tritt bevorzugt nach ungewohnten Abbremsbewegungen auf, bei denen der arbeitende Muskel durch äußere Kräfte gedehnt wird (exentrische Kontraktionen).

Diese Kräfte führen zu Sarkomerenrissen bei einem Teil der Fasern vor allem im Bereich der Z-Scheiben. Der Schmerz entsteht sekundär vermutlich durch Autolyse der zerstörten Faserstrukturen und Ödeme. Eine seltenere form gibt es nach langdauerndem intensiv Stoffwechsel wie zum Beispiel nach Marathonläufen; hierbei lassen sich Entzündungsreaktionen mit Leukozyteneinwanderung nachweisen. Muskelkater ist durch die gleiche Bewegung für mehrer Wochen nicht erneut auslösbar. Er hinterlässt keine bleibenden Schäden. Er wird durch Dehnen und leichte dynamische Arbeit gemildert. Eine sicher wirksame medikamentöse Behandlung gibt es nicht.

Ursachen, Prophylaxe und Therapie bei Muskelkater

Ursachen

  • Mikroverletzungen der Sarkomere durch Überdehnung bei hohen Kräften (besonders exentrische Kontraktionen)
  • Sarkomerschäden bei erschöpfendem Stoffwechsel durch unbekannte Mechanismen

Sekundärreaktionen

  • Ödem durch Autolyse oder Entzündung, Mangeldurchblutung, Verspannung

Prophylaxe

  • Verbesserung der Koordination, Aufwärmen, Carnitin, nichtsteroidale Antiphlogistika

Therapie

  • Vermeiden hoher Kräfte beim Training. Dehnen, leichte Arbeit mit Bewegung, Wärme, nichtsteroidale Antiphlogistika

Autor: Ullrich Schäfer 2008