Kehlkopfkrebs: Hauptrisikofaktoren

Rauchen und Alkohol sind Hauptrisikofaktoren für Kehlkopfkrebs. Ergebnisse einer deutschen Fall-Kontroll-Studie im europäischen Vergleich.

Zusammenfassung

Rauchen und – mit deutlich geringerem Anteil – Alkohol sind die Hauptrisikofaktoren für das Kehlkopfkarzinom. In der vorliegenden Arbeit wird ein quantitativer Vergleich der Effekte dieser Faktoren vorgenommen, die sich in verschiedenen europäischen Studien – zuletzt in einer großen deutschen Fall-Kontroll-Studie – gezeigt haben. Alle Studien bestätigen einen signifikanten Effekt für Rauchen sowohl bei Männern als auch bei Frauen und hinsichtlich aller Tumorlokalisationen. Außerdem besteht eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Larynxkarzinom und Tabakkonsum. Der nachgewiesene Effekt für Alkoholkonsum zeigt sich je nach Subgruppe erst ab einer höheren täglichen Dosis Ethanol, hier insbesondere für Patienten mit supraglottischen Tumoren. Der Anteil der durch beide Faktoren verursachten Fälle ist in Deutschland wie in anderen europäischen Ländern hoch, es bestehen jedoch Unterschiede in Bezug auf die relative Bedeutung. Diese Ergebnisse wurden in einer aktuellen deutschen Fall-Kontroll-Studie weitgehend bestätigt. Die Odds Ratios dieser so genannten Rhein-Neckar-Larynx-Studie liegen im mittleren Bereich der Literatur berichteten Ergebnisse. Die starken Einzeleffekte unterstreichen jedoch im Hinblick auf das derzeitige tendenziell jüngere Einstiegsalter bei Tabak- und Alkoholkonsum die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen in Europa.

Diskussion

Die Studien zeigen durchgängig einen signifikanten Effekt für das Rauchen, sowohl im Modell mit stetigen Variablen ( unter anderem Packungsjahre), als auch mit gruppierten Variablen für jede Raucherkategorie, für Männer, Frauen und bezüglich aller Tumorlokalisationen. Außerdem besteht eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Larynxkarzinom und Raucherkonsum.

Die Ergebnisse unterstreichen jedoch, dass durch die Reduzierung des Rauch- und Alkoholkonsums etwa 90 Prozent aller Kehlkopfkrebsfälle verhindert werden könnten. Die starken Einzeleffekte unterstreichen im Hinblick auf das derzeitige tendenziell jüngere Einstiegsalter bei Rauch- und Alkoholkonsum die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen in ganz Europa.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt 21.04.2006