Zecken: Die fünf größten Zecken-Irrtümer

Bis in den November beißen die Zecken zu. Darauf macht die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ( BGW ) aufmerksam.“Es ist ein Irrglaube,dass man sich vor den gefährlichen Blutsaugern nur im Frühsommer und nur in Baden-Württemberg und Bayern hüten muss”, warnt Jörg Schmengler von den Präventionsdiensten der BGW.

Die Berufsgenossenschaft versichert viele Patienten, die sich beruflich oft im Freien aufhalten. Sie macht daher auf die Ihre Meinung nach häufigsten Zeckenirrtümer aufmerksam:

Zeckengefahr droht nur im Frühsommer. BGW: Falsch!

Zecken übertragen die Lyme-Borreliose bis in den November hinein. Im Frühsommer droht zusätzlich die Gefahr einer Frühsommer-Meningoezephalitis ( FSME ). Die von Zecken übertragenen Viren greifen das zentrale Nervensystem an. Treten von der FSME laut Deutschem Grünen Kreuz jährlich nur 150 bis 3000 Fällen in Deutschland auf, liegt die Zahl der Lyme-Borreliose- Erkrankungen bei 30.000 bis 60.000. Borreliose führt zunächst zu Sommergrippe-Symptomen und einer ringförmigen Rötung um die Bissstelle. Unbehandelt kann sie chronische Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen verursachen.

Nur der Süden Deutschlands ist Zeckengebiet. BGW: Falsch!

Das gilt nur für die Erkrankung FSME. Der “Gemeine Holzbock”, die verbreiteste Zeckenart, findet sich in ganz Deutschland. Eine Borreliose droht von der Nordsee bis in 2.000 Meter Höhe.

Gegen Zeckenbisse kann man sich impfen lassen. BGW: Jein!

Eine Schutzimpfung gibt es gegen die FSME, jedoch nicht gegen Borreliose. Wenn die Symptome dieser Infektion auftreten, verschreibt die Ärztin oder der Arzt in der Regel Antibiotika. Gegen die Bisse an sich hilft ohnehin keine Impfung. Hier schützt Kleidung, also lange Hosen, langärmige Hemden, geschlossene Schuhe und Kopfbedeckung.

Zecken fallen von Bäumen. BGW: Jein!

Sie sitzen auch in Büschen, im Unterholz und an langen Gräsern.

Zecken lassen sich mit Hilfe von Öl gut entfernen. BGW: Ganz falsch!

Bei Attacken mit beispielsweise Öl, Creme, Alkohol oder Nagellackentferner, sondert das Insekt verstärkt erregerhaltigen Speichel ab. Am besten immer eine Zeckenzange in Reichweite haben und die Zecke möglichst sofort entfernen. Je länger sie saugt, um so mehr steigt die Gefahr einer Infektion. Möglichst auch nicht mit den Fingern herausziehen. Quetscht oder beschädigt dies den Zeckenleib, übertragen sich leichter Borreliose-Bakterien. Je nach Region tragen sieben bis dreißig Prozent der Zecken diesen Erreger in sich.

Quelle: Medizin heute, Heft 9, 2003