Vorsicht Latex!

Was haben Gummibäume, Untersuchungs-Handschuhe und Bananen gemeinsam?

1. Viele reagieren allergisch darauf!

Sie enthalten ähnliche Allergie-Auslöser, sogenannte Allergene, die zu einer Allergie auf Naturgummilatex führen können. Typische Symptome sind Hautausschläge, allergischer Schnupfen, Augenjucken, Asthmaanfälle oder sogar ein lebensbedrohlicher allergischer Schock.

Professor Thomas Fuchs, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen aus Göttingen: ” Viele Latex-Allergiker wissen nichts von ihrer Allergie, dabei schweben sie beispielsweise nach Verkehrsunfällen in Lebensgefahr, wenn der behandelnde Arzt Einmalhandschuhe aus Latex trägt.” Tatsächlich sind schon Patienten auf dem Operationstisch an einer Latex-Allergie gestorben. Wenn das Immunsystem durch wiederholten Kontakt mit Latex stark sensibilisiert ist, können nämlich schon winzige Mengen der Latex-Allergene eine heftige allergische Reaktion auslösen, die durch Herz-Kreislauf-Versagen sehr schnell tödlich ausgehen kann.

Naturlatex wird aus Gummibäumen gewonnen und für die Herstellung vieler Gebrauchsgegenstände verwendet. Latex-Allergene sind z.B. in Luftballons, Kondomen, Matratzen, Kleidungsstücken und in Gummihandschuhen zu finden. Gepuderte medizinische Einmalhandschuhe enthalten besonders viele Allergene, die zusammen mit dem Puder nicht nur auf die Haut gelangen, sondern auch eingeatmet werden können.

So ist es nicht verwunderlich, dass etwa 5 Prozent der Ärzte sowie der Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen eine Latex -Allergie haben. Bei weiteren 10 Prozent kann in Haut- oder Bluttests eine Überempfindlichkeit gegen Naturlatex nachgewiesen werden, obwohl noch keine Beschwerden aufgetreten sind. Das stellte die Expertin für Latex-Allergien Dr. Franziska Rueff von der Dermatologischen Klinik der Universität München in einer Untersuchung fest.

Ein großes Risiko tragen auch Patienten, die bereits mehrmals operiert wurden und deshalb schon häufiger mit Untersuchungs-Handschuhen in Kontakt geraten sind. Allergologen fordern schon seit Jahren, dass Krankenhäuser und Notfallwagen mit latexfreien Handschuhen ausgerüstet werden müssen. Langsam gehen durch diese Maßnahmen die Anzahl der Latex-Sensibilisierungen im medizinischen Bereich zurück.

Dr. Rueff: ” Die Diagnose einer Latex-Allergie gehört in die Hände eines Allergologen. Er verfügt dazu über spezielle Tests. Es gibt verschiedene Latex-Allergene, die zudem sehr unterschiedlich auf den Einzelnen wirken können.” Wenn der Arzt eine Sensibilisierung oder Allergie auf Latex festgestellt hat, ist das Meiden von Latex die bisher einzige hilfreiche Maßnahme. Latex-Allergiker sollten außerdem immer einen Allergie-Pass bei sich haben und jedem Arzt vorzeigen, empfiehlt Dr. Rueff.

Die bei einer Allergie auf Pollen, Hausstaubmilben und Insektengift sehr erfolgreiche Allergie-Impfung (Hyposensibilisierung) ist bei Latex-Allergie leider noch nicht möglich.

2. Vorsicht bei Nahrungsmitteln und Zimmerpflanzen

Latex-Allergiker können auch Probleme beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel bekommen.

Etwa jeder dritte Patient hat eine Kreuzallergie gegen Bananen, Esskastanien, Avocados oder Kiwis. Es kann außerdem eine Unverträglichkeit gegen Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Ananas und andere tropische Früchte und Gemüsesorten auftreten. 25 % Prozent der Patienten mit einer Latex-Allergie reagieren auch auf die beliebten Zimmerpflanzen Birkenfeige ( Ficus benjamina ) und Gummibaum. Diese sollten deshalb aus Wohn- und Büroräumen entfernt werden. Auch wenn Latex auf Gebrauchsartikel immer noch nicht deklariert werden muss, beginnt sich die Industrie auf das Problem Latex-Allergie einzustellen: Es gibt inzwischen latexfreie Kondome.

Quelle: Allergie-Informationsdienst