Schlafapnoe – Risikofaktor für Schlaganfall und Arrhythmien

Patienten mit Schlaf-Apnoe-Syndrom haben nach neuesten Studien ein doppelt bis vierfach erhöhtes Risiko für nächtliche Arrhythmien und ein doppelt so hohes Schlaganfallrisiko wie Menschen ohne diese Atemstörung.

In der einen Studie wurde die Häufigkeit von nächtlichen Herzrhythmusstörungen bei Patienten mit (n = 228) und ohne (n = 338) Schlafapnoe bestimmt. Das Ergebnis: In der Schlafapnoe-Gruppe traten signifikant häufiger Vorhofflimmern (4,8 vs. 0,9 Prozent), vorübergehende ventrikuläre Tachykardien (5,3 vs. 1,2 Prozent) oder komplexe ventrikuläre Ektopien (25 vs. 14,5 Prozent) auf. Bei Patienten mit Schlafapnoe ist somit das Risiko für Vorhofflimmern vierfach, für ventrikuläre Tachykardien dreifach und für komplexe ventrikuläre Ektopien zweifach erhöht (Am J Respir Crit Care Med 173, 2006, 910).

Dass Schlaf-Apnoe-Patienten ein um knapp das Doppelte erhöhtes Risiko für Schlaganfall oder Tod haben, ist in einer Beobachtungsstudie mit 1022 Patienten, davon 677 mit Schlafapnoe, gezeigt worden. Dabei erwies sich die Schlafapnoe zudem als unabhängiger kardio- und zerebrovaskulärer Risikofaktor (NEJM 353, 2005, 2034).

Die Therapie bei Schlafapnoe orientiert sich primär am Schweregrad der Erkrankung. Bei einem Teil der Patienten reicht es, wenn sie abnehmen, keinen Alkohol trinken und nicht rauchen sowie auf einen regelmäßigen Schlaf achten. Oft ist jedoch eine Überdruckbeatmung nötig. Hierbei wird den Patienten mit geringem Überdruck über die Nasenmaske Luft zugeführt. Der Überdruck hält den Rachen offen, obstruktive Apnoen können so nicht mehr entstehen.

Quelle: Forschung und Praxis, Jahrgang 25, Nr. 432, Mai 2006