Risiko: Hepatitis

HEPATITIS B, gefährlicher als AIDS ! Junge Liebespaare aufpassen, kaum jemand kennt das Risiko! Sex-Gefahr: Aids – davor hat jeder Respekt. Aber mit dem einzig wirksamen Schutz – Kondomen – scheinen viele es nicht sehr genau zu nehmen.

Die lange verharmloste Hepatitis droht weiterhin als Infektionsgefahr. Beweis: Eine andere gefährliche Virusinfektion ist auf dem Vormarsch, die ebenso übertragen wird wie Aids: Hepatitis B.

Dieses tückische Virus löst eine Leberentzündung aus, die schlimme Folgen haben kann. Wie HIV versteckt es sich in Körperflüssigkeit – Blut, Samen-, Scheidensekret, Speichel – und wird meist beim Sex oder durch Kontakt mit infiziertem Blut übertragen.Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber und wird durch Viren verursacht. Am Anfang der Erkrankung ist man müde, abgeschlagen, hat keinen Appetit und gelegentlich tritt auch Fieber auf. Später kommt es oft zu einer Gelbverfärbung der Haut, der Augen und der Schleimhäute, weshalb Hepatitis B auch als Gelbsucht bezeichnet wird. Meistens heilt die Erkrankung innerhalb weniger Wochen aus. In schweren Fällen kann die Krankheit jedoch zu Leberkrebs und sogar zum Tode führen. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr ca. 1.500 Menschen an den Folgen dieser gefährlichen Erkrankung. Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren sind am stärksten gefährdet.

Jährlich sterben 2000 an Hepatitis

1,6 Millionen Deutsche leiden bereits an chronischer Leberentzündung. 600 000 sind schon infiziert, und jährlich kommen 50 000 Neuerkrankungen hinzu. Pro Jahr sterben 2000 Betroffene, weil keine Therapie greift. Theoretisch kann sich jeder anstecken. Vor allem eher junge Leute haben ein besonders hohes Risiko: Sie sind noch auf der Partnersuche, haben wechselnde Geschlechtspartner, sind oft Verletzungsgefahren beim Sport, in der Freizeit ausgesetzt, lassen sich Ohrlöcher stechen, tätowieren, piercen. Unsterile Nadeln, frische Schürfwunden, aufgekratzte Pickel und schon gelangt der Erreger in die Blutbahn.

Ein einziger Blutstropfen verseucht die Badewanne

Das Virus ist 100mal ansteckender als HIV. Bereits ein Tropfen Blut könnte ausreichen, um jeden Wassertropfen in einer randvollen Badewanne zu infizieren. ” Die Gefahr wird total unterschätzt”, sagt Professor Jürgen F. Riemann, Direktor des Medizinischen Klinikums Ludwigshafen, Vorsitzender der Gastro-Liga. In jedem zehntem Fall entwickelt sich eine chronische Hepatitis zur Leberzirrhose ( Zersetzung ) und die wiederum in fast 50 Prozent zu Leberkrebs!

Anti – Risiko – Regeln

Schon einfachste Verhaltensregeln minimieren das Risiko einer Hepatitis-B-Infektion:

  • Beim Sex mit einem neuen Partner Kondome verwenden (schließlich auch der einzig wirksame Schutz vor Aids).
  • Keine Zahnbürsten, Rasierutensilien oder sonstige Artikel, die mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen können, von anderen benutzen (was sich eigentlich von selbst versteht).
  • Erste Hilfe nur mit Handschuhen leisten.
  • Möglichst auf Piercing, Tattoos verzichten. Sonst bei der Shop-Wahl sehr vorsichtig sein und auf Instrumentensterilisation achten!

Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen mehrer Monate. Zuerst sind Grippe-ähnliche Symptome zu spüren: Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen. Danach folgen wochenlange Oberbauchbeschwerden, begleitet von braunem Urin und hellem Stuhl. Allmählich werden Augäpfel, Lidinneres und Haut gelb (Gelbsucht durch gestaute Gallenflüssigkeit in der Leber ). Doch bei jedem Zweiten verläuft die Infektion ohne irgendwelche Beschwerden – die Leber leidet unbemerkt. Nur eine gezielte Suche im Blut kann dann das Virus aufspüren. Professor Riemann: “Das so genannte HBV-Oberflächen-Antigen weist die Entzündung nach, Antikörper zeigen eine erworbene Immunität an.”

Möglichkeiten der Schutzimpfung

Hepatitis B kann nicht oder nur selten mit Medikamenten geheilt werden. Anders als bei AIDS können Sie sich aber gegen Hepatitis B durch eine Impfung schützen. Nur leider wissen das die wenigsten.

Die komplett durchgeführte Schutzimpfung ist 10 bis 15 Jahre wirksam.

Daher lassen Sie sich so bald wie möglich die erste Impfung geben. Die zweite ca. 1 Monat später und die dritte etwa 6 bis 12 Monate nach der ersten Impfung. Und dann kann Ihnen nichts mehr passieren. Wir führen diese Impfungen durch, bitte melden Sie sich.Es gibt eine einfache 10 bis 15 Jahre wirksame Schutzimpfung. Durch die Impfung kann ein großer Teil der Gefahren reduziert werden. Für Jugendliche bis 18 wird sie von den Krankenkassen getragen. Dieses Angebot sollte also rechtzeitig wahrgenommen werden. Ältere, die nicht privat versichert sind, müssen die Kosten von ca. 360 Mark selbst zahlen.

Noch sinnvoller ist eine Kombiimpfung gegen Hepatitis A und B. Sie schützt auch vor dem Erreger der Hepatitis A, den sich Urlauber auf Reisen leicht durch verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser einhandeln und ebenfalls eine Leberentzündung auslösen kann.

Quelle: www.gawima.de

Autor: Ullrich Schäfer 2008