Nasenbluten nach Viagra-Einnahme

Manche Anwender der Potenzpille Viagra laufen Gefahr, sich auf Ihrem Liebeslager buchstäblich eine blutige Nase zu holen.

Kürzlich haben HNO-Ärzte des Londoner St. George´s Hospital über zwei Fälle berichtet, die nach Viagra-Einahme unter besonders langanhaltendem Nasenbluten gelitten haben. Einer der Patienten – Ende 50 – bekam nach der Einnahme von 50 mg Sildenafil wiederholt kurze, aber heftige Attacken von Epistaxis, die am Tag seiner Notaufnahme auch nach sechs Stunden nicht zum Stillstand kamen. Der zweite Patient – ein Spätsiebziger – konnte, nachdem er am Morgen zuvor Viagra nahm, fünf Stunden lang ein starkes Nasenbluten nicht beherrschen. Beide Patienten litten unter Bluthochdruck, der mit Nifedipin bzw. Amlodipin behandelt wurde.

Hochdruck und Antihypertonika können zwar bei älteren Personen auch ohne weiter Einflüsse eine Epistaxis auslösen, kommentieren die Autoren, Dr. L.A. Hicklin et al., ihre Berichte.

Offenbar verstärkt aber Viagra dieses Risiko. Auch wenn Nasenbluten bisher nicht zu den unerwünschten Nebenwirkungen von Sildenafil zählt, ist der Mögliche Entstehungsmechanismus schlüssig, denn in der Nase befinden sich bekanntermaßen Schwellgewebe, das auf sexuelle Erregung reagiert ( Honeymoon-Rhinitis ).

Verstopfte Nasen als mögliche Nebenwirkung von Viagra ist jedenfalls bereits länger bekannt. Warum über Nasenbluten bisher so wenig berichtet wurde, erklären sich Londoner Ärzte damit, dass es von vielen Betroffenen verschwiegen wird, weil sie nicht über Probleme mit ihrem Sexualleben berichten wollen.

Quelle: Journal of the Royal Society of Medicine, 2002:95:402-403