Mit 8 Fragen läßt sich eine chronische Tagesmüdigkeit aufdecken!

Der Verdacht auf eine chronische Tagesmüdigkeit lässt sich in der täglichen Praxis durch acht Fragen der Epworth Schläfrigkeits-Skala (ESS) konkretisieren. Dabei muss der Patient auf einer Skala von 0 bis 3 Punkten (0 = völlig auseschlossen, 3 = hoche Wahrscheinlichkeit) angeben, wie wahrscheinlich es ist, in dieser Situation einzuschlafen:

  • Beim Lesen im Sitzen,
  • Beim Fernsehen,
  • Beim ruhigen Sitzen nach einem Mittagessen ohne Alkohol,
  • Als Mitfahrer im Auto während einer einstündigen Fahrt ohne Pause,
  • Beim ruhigen Sitzen an einem öffentlichen Ort oder als passiver Teilnehmer einer Versammlung,
  • Wenn man mit jemanden zusammensitzt und sich unterhält,
  • Als Fahrer im Auto, während man verkehrsbedingt für einigen Minuten anhält, etwa Stau.
  • Maximal können 24 Punkte erreicht werden. Schon ab 11 bis 12 Punkten sollte eine weiterführende Abklärung beim Somnologen erfolgen, ab 15 Punkten herrscht Alarmstufe, so Privatdozentin Dr. Sylvia Kotterba aus Bochum. Dies um so mehr, wenn Hinweise auf eine für Tagesmüdigkeit ursächliche Erkrankung, wie ein obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom, gibt.

    Speziell bei Berufskraftfahreren ist allein schon der begründete Verdacht auf eine erkrankungsbedingte chronische Tagesmüdigkeit ein zwingender Grund, den Betreffenden krank zu schreiben, betonte die Neurologin. Die Diagnose ist dann möglichst schnell beim Spezialisten zu überprüfen und wird sie bestätigt, ist der Patient bis zum Greifen einer Therapie weiterhin fahruntauglich.

    Quelle: Forschung und Praxis, Jahrgang 25, Nr. 432, Mai 2006