Hörsturz – ein Infarkt im Ohr

Als eine der Hauptursachen gilt Streß - besonders betroffen sind Menschen, die “viel um die Ohren haben”. In Deutschland erleiden jährlich 12 000 Menschen einen Hörsturz! Ein Krankheitsbild, das vor allem durch Streß ausgelöst wird: Plötzlich und ohne Vorwarnung ist ein Ohr völlig taub, und der Betroffene hat das Gefühl, daß er die Welt nur durch Watte hört. Als unmittelbarer Auslöser für einen Hörsturz werden vor allem Virusinfektionen, Halswirbelfehlstellungen und Durchblutungsstörungen diskutiert. Meist jedoch führen psychische Belastungen, Streß und seelische Verkrampfungen zum Versagen des Gehörs.

Mit Herzinfarkt vergleichbar

Ein Hörsturz ähnelt einem Herzinfarkt, denn sowohl das Herz als auch die Ohren sind auf eine ausreichende Durchblutung angewiesen. Beim Hörsturz kommt es zu akuten Durchblutungsstörungen im Innenohr. Feine Haarzellen in diesem höchst empfindlichen Bereich werden von winzigen Blutgefäßen mit Sauerstoff versorgt. Verkrampfen diese dünnen Transportwege, wird der Blutfluß ins Innenohr unterbrochen, die Sauerstoffzufuhr gestoppt. Meist versagen die Haarzellen dann ihren Dienst und das Hörorgan funktioniert nicht mehr. Plötzliche Schwerhörigkeit, meist auf einem Ohr, ist die Folge.

Gute Heilungschancen

Nur eine schnelle ärztliche Behandlung des Hörsturzes führt zum Erfolg. Wer mit entsprechender Diagnose in die Praxis kommt, erhält zunächst durchblutungsfördernde, gefäßerweiternde und entspannungsfördernde Medikamente. Viele Patienten müssen in einer Fachklinik stationär behandelt werden und gelegentlich auch am Ohr operiert werden. Streß, Alkohol und Nikotin sind unbedingt zu meiden.

Die Heilungsaussichten sind recht gut. In über 80% der Fälle kehrt das Hörvermögen zumindest teilweise zurück. Falls erforderlich, kann mit modernen Hörsystemen nach Abstimmung zwischen HNO-Facharzt und Hörgeräteakustiker das Resthörvermögen verbessert werden.

Die typische Hörsturzpersönlichkeit ist pflichtbewußt, übereifrig, ehrgeizig, ein “Workaholic”, der auch im Urlaub nicht abschalten kann. Einem Hörsturz vorbeugen sollte, wer in Beruf und Freizeit “viel um die Ohren hat”.

Besonders sinnvoll sind regelmäßige Entspannungsübungen wie autogenes Training, Yoga und progressive Muskelentspannungen sowie sportliche Betätigung, um für innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu sorgen.