Hallenbad – Risikofaktor für Allergie-Entstehung

Häufige Hallenbadbesuche in der Kindheit schädigen das Lungenepithel und begünstigen so Allergien. Eine Erklärung für den Prävalenzanstieg allergischer Atemwegserkrankungen ist die „Chlor-Hypothese“.

Eine retrospektive deutsche Studie liefert neue Daten. Chlor und seine Reaktionsprodukte mit organischen Verbindungen – z.B. aus dem Schweiß der Schwimmer – befindet sich besonders in Hallenschwimmbädern konzentriert an der der Wasseroberfläche und führen nach Einatmen zu toxischen Effekten an den Lungenepithelien. Dadurch erreichen potenzielle Allergene leichter die Immunzellen.

Epidemiologen befragten im Rahmen des KORA-Profektes (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) 2.606 Personen per Interview und Fragebogen zu allergischen Erkrankungen und früherenSchwimmbadbesuchen. In logistischen Regressionsanalysen unter Adjustierung bezüglich Alter, Geschlecht, Wohngegend und Ausbildung ergab sich eine höhere Prävalenz einer allergischen Rhinitis bei Befragten mit häufigen Schwimmbadbesuchen im Schulalter (adjustierte Odds ratio [aOR] 1,74), häufigen Schwimmbadaufenthalten in den vergangenen zwölf Monaten (aOR 1,32) und jeglicher Exposition im Laufe des Lebens (aOR 1,65). Die stärksten Assoziationen zeigten sich bei den jüngeren Altersgruppen, Zusammenhänge waren dosisabhängig sowohl hinsichtlich des aktuellen als auch des zurückliegenden Schwimmbadbesuches.

Ähnliche Zusammenhänge konnten auch für die atopische Dermatitis errechnet werden, nicht aber für Asthma, wobei hier die Fallzahlen aber insgesamt sehr klein waren. Andere Studien zeigen dagegen einen Zusammenhang zwischen Schwimmbadbesuchen und der Entwicklung eines Asthma bronchiale, deutlich wird dies auch bei Wettkampfschwimmern.

Fazit: Die Exposition gegenüber Chlor und Chlorderivaten in Schwimmbädern korreliert mit der Entwicklung einer allergischen Rhinitis. Dies betrifft vor allem jüngere Personen.

Quelle: Allergo journal 1, 16. Jahrgang, Februar 2007, Seite 12